Genossenschaftliches Wohnen Fleur de la Champagne

2. Preis
Selektiver Wettbewerb, Biel, 2021
Weyell Zipse Architekten mit Westpol Landschaftsarchitektur

„The common land has two specific social functions. First, the land makes it possible for people to feel comfortable outside their buildings and their private territory, and therefore allows them to feel connected to the larger social system (…). And second, common land acts as a meeting place for people.“ 

Alexander, C. (1977): A Pattern Language. Towns Buildings Construction. New York: Oxford University Press.

Common Land

Das Entstehen von sozialer Gemeinschaft ist von vielen Aspekten abhängig. Aber man kann mit Sicherheit sagen das es in direkter Abhängigkeit zum Angebot an Flächen steht, die den Bewohnende dafür zur Verfügung gestellt werden. Orte an denen man sich geplant oder auch zufällig trifft. 

Zwei kompakte Gebäudekörper bilden das einfache Grundgerüst der städtebaulichen Form. An der General-Dufour-Strasse steht das fünfgeschossige Gebäude der Genossenschaft GURZELENplus, in dem sämtliche Wohnungen sowie Allmendräume, Laden- und Gastroflächen verteilt sind. Gegenüber  gelegen ist das zweigeschossige Gebäude der Stiftung Zentrum SIV. Durch die städtebauliche Setzung entsteht ein wertvoller, multifunktionaler und auch für die Öffentlichkeit durchlässiger Freiraum zwischen den beiden Bauten. Eine Stadtfuge, die zum zentralen gemeinschaftlichen Ort für die BewohnerInnen von Stiftung und Genossenschaft wird. Geschützt vom motorisierten Verkehr der Strasse aber gleichzeitig an beiden Enden geöffnet ist dieser Raum Schnittstelle und Eingangstor zum Quartier. 

Auf dem Dach des Gebäudes an der Blumenstrasse und über zwei einfache Treppen mit der Stadtfuge verbunden liegt der zweite übergeordnet wichtige Aussenraum: Ein grosszügiger, vielseitig erlebbarer und kollektiv genutzter Dachgarten, welcher mit Pflanzgärten, Gemeinschaftsgärten und kleineren Sitzplätzen bespielt wird. Die ca. 1600m2 grosse Dachlandschaft bildet das Herzstück des gemeinschaftlichen Lebens der Wohnsiedlung, und steht den Bewohnenden zur Aneignung, Bewirtschaftung und Kontemplation zur Verfügung.

Ob Familienwohnen, Cluster- oder Wohngemeinschaft, die vorgeschlagenen Wohnungstypen haben die zentrale Anordnung der Gemeinschaftsräume gemeinsam. Hier wird gekocht, gegessen, gespielt, diskutiert. Wenn jemand die Wohnung betritt, durchquert er diese Räume; man begrüsst sich, umarmt sich, setzt sich dazu, wird in ein Gespräch verwickelt, tauscht Informationen aus. Das gleiche passiert beim Verlassen der Wohnung. Der Wohn-, Ess- und Kochbereich bildet das Herzstück einer jeden Wohnung, und unterstützt dadurch das Bilden von Gemeinschaft.